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„Starke Rauchentwicklung im Bahnhof Baiersdorf…“ – so oder ähnlich hätte das Alarmstichwort am Samstag, den 20.September 2008, gegen 10:15 Uhr lauten können, denn dichter Qualm zog über den Bahnhofsplatz und die Autobahn. Und sogar eine Polizeistreife kam an die Einsatzstelle, alarmiert von besorgten Anwohnern. Die Feuerwehr Baiersdorf war dann auch tatsächlich im Einsatz – allerdings nicht, um ein Feuer zu löschen (da hätten sich wohl einige hundert Eisenbahnfans auch bitter beschwert…), sondern um den Wasservorrat einer Dampflok zu ergänzen, die auf der Fahrt von Nördlingen nach Neuenmarkt-Wirsberg in der Meerrettichstadt Station gemacht hatte.

 


 

Um den zahlreich mitgereisten Eisenbahnfans während des längeren betriebsbedingten Halts ein besonderes Schmankerl zu bieten, hatte die Feuerwehr neben dem zum Befüllen der Lok benötigten Tanklöschfahrzeug auch den Oldtimer mitgebracht und präsentierte diesen fotowirksam neben dem Überholgleis, auf dem der Sonderzug dann anhielt.

 






Die Gelegenheit, das Löschgruppenfahrzeug LF12 aus dem Jahr 1932 neben der Schnellzugdampflok 01 066 (Baujahr 1928)     des Bayerischen Eisenbahnmuseums Nördlingen mit ihren alten Schnellzug- und Eilzugwaggons zu fotografieren, wurde dann von den Fahrgästen und zahlreichen Baiersdorfer Zaungästen rege genutzt, und unsere Feuerwehr erhielt großes Lob für diese Idee. In der Zwischenzeit füllte die Feuerwehr im Schlepptender der Lok rund 15 Kubikmeter Wasser nach, die für die Weiterfahrt des Zuges über Bamberg und Lichtenfels zum Dampfloktreffen am Deutschen Dampflokmuseum in Neuenmarkt-Wirsberg im Landkreis Kulmbach benötigt wurden.

 











Natürlich nutzten die Feuerwehrleute auch die Gelegenheit, einmal den Führerstand der mächtigen Dampflok zu erklimmen und allerhand Wissenswertes über das einstige Paradepferd der früheren Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft zu erfahren, auf das auch die beiden aus ihr hervorgegangenen Bahnverwaltungen (DB und DR) erst viele Jahrzehnte später verzichten konnten:

 




Die 01 066 wurde 1928 mit der Fabriknummer 9020 bei der Lokomotivfabrik Schwartzkopf in Berlin gebaut und zuerst dem Bahnbetriebswerk Hannover Ost zugeteilt. Ab 1944 gehörte sie dem Bw Magdeburg Hauptbahnhof an und erlebte dort das Kriegsende. Danach wurde sie von Leipzig, Nordhausen und Erfurt und nochmals Magdeburg aus eingesetzt, bevor sie dem Betriebswerk Dresden zugeteilt wurde. Von dort aus zog sie vor allem schwere Schnellzüge von und nach Berlin. Nach ihrer Ausmusterung am 1.November 1977 wurde sie an den VEB Waschmittelwerk Genthin, Betriebsteil Nauen verkauft, wohin sie ihre vorerst letzte Fahrt aus eigener Kraft antrat. Dort wurde sie stationär als Heizlok zur Dampferzeugung eingesetzt. Nach und nach wurden alle Teile, die nicht für den Betrieb erforderlich waren, abgebaut, so dass die Lok zum Schluss nur noch ein sehr trauriges Bild abgab. Kurz nach der Wende wurde sie vom Bayerischen Eisenbahnmuseum erworben. In Einzelteilen wurde sie zum Dampflok-Ausbesserungswerk Meiningen gebracht und dort mit Teilen anderer Lokomotiven der Baureihen 01, 44 und 50 wieder vervollständigt werden. Im August 1993 war es dann soweit: Die Schnellzuglok konnte in neuem Glanz wieder in Dienst gestellt werden. 1996 war sie auf einer Werbefahrt für die Modellbahnfirma Märklin durch ganz Deutschland unterwegs. Die 01 066 ist im Betriebswerk Nördlingen stationiert und kommt mittlerweile von dort aus mit Sonderzugleistungen in ganz Süddeutschland, darunter auch ab München und Regensburg, statt.

 


Hier noch einige technische Daten der Baureihe 01:

 

Bauart: 2´C1´h2 (bedeutet zwei Laufachsen, drei Treibachsen mit einer Nachlaufachse, Heißdampf, 2 Zylinder)

Höchstgeschwindigkeit: 120km/h

Leistung: 2240 PS

Dienstgewicht: 171 t

Kesseldruck:    16 bar

 

Kein Wunder, dass auch unsere Feuerwehrleute angesichts dieser beeindruckenden Zahlen ins Schwärmen gerieten und dem Sonderzug nach seiner Abfahrt etwas wehmütig hinterher sahen. Immerhin ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich gering, ein solch spontanes Oldtimertreffen in Baiersdorf nochmals auf die Beine stellen zu können – mit dem viergleisigen Ausbau der Strecke Nürnberg-Forchheim für die S-Bahn und den gestiegenen Güterverkehr wird das zum Wasserfassen nötige Überholgleis in absehbarer Zeit für immer Geschichte sein…

 

 





Unser Dank gilt übrigens dem Bayerischen Eisenbahnmuseum, das uns freundlicher Weise die Informationen über die Lok zukommen ließ. Natürlich steht die Feuerwehr Baiersdorf auch künftig für ähnliche Aktionen gerne zur Verfügung!

   

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